Durch die Corornakrise sind wir alle mit Veränderungen konfrontiert - auch Sie als werdende Eltern und wir als Hebammen. 
So nach und nach stelle ich Informationen zur Verfügung, die ich für die Vorbereitung auf die Geburt und auf das Wochenbett als geeignet ansehe. 

Gesundheitspolitische Informationen und Aktionen finden Sie HIER

Bitte informieren Sie sich dort regelmäßig über aktuelle Änderungen und helfen Sie mit, Ihre eigene Lage und die des Gesundheitssystems zu verbessern!

Interessantes und aufschlussreiches Video (ca. 50  Minuten Länge):

Informationen für Mitarbeiter des Klinikums Referent Dr.med. Grünewald

Referent Dr.med. Grünewald
Leiter der Klinik für Infektions-und Tropenmedizin, Zentrum für Innere Medizin II
Spricht in der Informationsveranstaltung des Klinikums über den Coronavirus

 

INFEKTIONSSCHUTZ FÜR DEN HAUSBESUCH

 

Auch wir Hebammen beachten den Infektionsschutz, damit wir alle möglichst gesund bleiben:

  • Ich besuche Sie als Elternpaar, ggf. mit Geschwistern. Verzichten Sie bitte auf weitere Besucher, wenn ich bei Ihnen bin.
  • Der Abstand zwischen uns sollte möglichst 2 Meter betragen. Dieser Abstand gilt natürlich nicht bei der Gewichts- oder Nabelkontrolle des Babys oder wenn ich Sie körperlich untersuche
  • Bitte legen Sie mir täglich ein frisches Händehandtuch bereit. 
  • Ich werde mir die Hände gründlich waschen, desinfizieren und einen einfachen Mundschutz tragen. Falls Sie Latexhandschuhe zur Verfügung haben, nutze ich gerne diese. Mein Vorrat kann derzeit wegen Lieferschwierigkeiten nicht aufgefüllt werden. So versuche ich den Verbrauch zu minimieren. 
  • Die Raumtemperatur sollte zwischen 18 und 20 Grad Celsius liegen, lassen Sie bitte ein Fenster geöffnet. 
    Ihrem Baby tut das gut!!! Es kann gemütlich in eine Decke gewickelt werden.
    Die Viren haben weniger Chancen sich zu vermehren.
    Und ich bin sehr dankbar, mich in normal temperierten Räumlichkeiten aufhalten zu dürfen. Somit schützen Sie auch mich auch vor einer Erkrankung. Vielen Dank.
  • Informieren Sie mich bitte, wenn Sie Erkältungszeichen aufweisen und/oder Kontakt mit Corona erkrankten Menschen hatten. Ich kann Sie stattdessen via Video-Live-Chat besuchen
  • Niessen oder Husten: In die Armbeuge oder in ein Tuch, jeweils voneinander abgewandt

 

Organisatorisches und Nützliches vor der Geburt

  • Vaterschaftsanerkennung / Sorgerecht noch in der Schwangerschaft beim Jugendamt anmelden. Diese schützt Sie rechtlich als Vater.

Gewichtskontrolle des Babys:

  • Kofferwaage für die Gewichtsmessung - sollte bis auf 10 Gramm genau messen und gibt es schon für ca 10 Euro 
  • Wiegebeutel - selber nähen, sich wünschen oder z.B. auf ETSY suchen

Brustpflege:

  • Milchauffänger (Flaschenform) aus Silikon besorgen Beispiele Milchauffänger
  • Stilleinlagen
  • Coolpacks 
  • Für Wickel: Quark, Kohl oder Retterspitz
  • unsterile Kompressen ca 7,5 x 7,5 cm

Intimpflege

  • Happy Po - die kleine Intimdusche (z.B. bei Geburtsverletzungen) 
  • Sitzbad von Ingeborg Stadelmann (als Spülung nutzen)
  • seifenfreie Waschlotion, pH-neutral, parfümfrei

 

Vorbereitung auf die Geburt ohne Begleitperson

 

Die momentane Regelung, dass die Geburt nicht durch einen Partner begleitet werden darf, sorgt für Unsicherheit und Angst. Die zahlreichen Rückmeldungen der werdenden Mütter an mich beziehen sich auf einen daraus folgenden Wunsch nach einem Kaiserschnitt und sogar zur unbegleiteten Hausgeburt. 

Beides halte ich für bedenklich, beide Varianten bergen Risiken, vor allem die Hausgeburt ohne eine Hebamme.
Ich begleite nicht zur Geburt.. 

Wie können Sie sich auf die Geburt vorbereiten?

Der Stress bei vielen Frauen ist hoch, wenn sie sich vorstellen, phasenweise ohne ihre/n PartnerIn zu sein. Diese Vorstellung gab es vorher nicht. 

In Krisenzeiten sorgen schlechte Neuigkeiten oft für Chaos: Gedanklich, körperlich, seelisch. Diese wollen erst einmal verdaut werden. Dann reift die Suche nach Möglichkeiten, die Situation zu meistern.

Haben Sie Vertrauen in sich, in Ihr Kind und in Ihren Körper.

Mit großer Wahrscheinlichkeit haben Sie einen Kurs besucht, Bücher gelesen, sich ausgetauscht, Atemübungen und Gebärhaltungen ausprobiert. Gehen Sie alles gemeinsam mit Ihrem Partner durch, wiederholen Sie in aller Ruhe Atemtechniken. Fühlen Sie nach, ob sich diese gut anfühlen und wenn nicht, ändern Sie etwas daran. Es geht nicht um einen mechanisch und richtig ausgeführten Vorgang, sondern darum, dass der Atem Sie trägt. 

Bewegen Sie sich! Machen Sie kleine Spaziergänge, solange es keine Ausgangssperre gibt und halten Sie sich an die aktuellen Sonderregelungen! 
Gehen Sie in die Natur.  
Sollten starke Einschränkungen durch die Pandemie angeordnet werden, nutzen Sie natürlich den Spaziergang für den Kauf eines Nahrungsmittels.

Bewegen Sie zuhause Ihr Becken, immer wieder bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Führen Sie die Bewegungen in aller Ruhe durch und spüren Sie nach, wie es sich anfühlt, sich in diese Bewegung hineinzubegeben. Spüren Sie, ob und wie Ihr Kind dabei reagiert. Es wird sanft geschaukelt, es wird ihm gefallen.

Beziehen Sie den Partner in die Bewegungen mit ein, sofern Sie das beide möchten. Es ist wie ein Tanz. Sagen Sie sich schöne Dinge. Später können Sie im Kreißsaal dieses gemeinsame Erleben abrufen, wenn Sie dort Ihr Becken kreisen. Lassen Sie gerne eine bestimmte dabei Musik laufen, diese können Sie mit in den Kreißsaal nehmen. Sie können sich an die Worte erinnern, die Sie miteinander ausgetauscht haben. 

Nehmen Sie Entspannungsbäder oder duschen Sie ausgiebig und fühlen Sie, wie das schöne warme Wasser Ihren Körper umgibt oder an Ihnen herunterläuft. Genießen Sie es. Falls Sie einen bestimmten Duft dabei mögen, nutzen Sie diesen auch im Krankenhaus. 

Sprechen Sie mit Ihrem Baby. Sie dürfen ihm erzählen, wie traurig Sie sind, dass der Papa nicht so dabei sein kann, wie Sie es sich vorgestellt haben. Sie müssen es nicht verschweigen. Wir alle brauchen es, dass uns mitgeteilt wird, wie es unseren Liebsten geht. Und wir sind dankbar, wenn auch wir uns mitteilen können.
Ihr Baby verkraftet das, denn:
Erzählen Sie ihm auch, dass Sie all das nachholen werden. Dass Sie zu dritt im Bett liegen werden und sehr lange kuscheln werden. Sagen Sie ihm, wie sehr Sie sich beide auf diesen Moment freuen. 

Sie können im Kreißsaal ein bestimmtes T-Shirt Ihres Partners oder einen Talismann bei sich tragen, den er Ihnen mitgibt. Vielleicht schreibt er Ihnen einige Sätze auf ein kleines Blatt Papier, dass Sie bei sich tragen.Vielleicht schmiert Ihnen ihr Partner die Brote, steckt einen beliebten Snack oder eine kleine Überraschung dazu  und kocht Ihnen den Tee für die Thermoskanne? 

Bitte:
Beginnen Sie heute schon, sich mit all diesen Möglichkeiten anzufreunden. Es wird Zeit brauchen, sie anzunehmen und zu üben und sich in die neue Situation hineinzufinden. Und: Es hilft, sich nicht ohnmächtig zu fühlen.
Vielleicht finden Sie sogar in eine innere Kraft, die Ihnen so vorher nicht bewusst war. Probieren Sie sich aus.

Sprechen Sie der Sie betreuenden Hebamme gegenüber Ihre Bedürfnisse aus. Egal, ob Sie Unterstützung bei der Atmung benötigen, ein Bad oder eine Dusche nehmen möchten, Sie etwas zu Essen oder zu trinken benötigen, Sie auf das WC müssen. 

Bitten Sie um Dokumentation und um Weitergabe an die nächste Schicht von elementaren Bedürfnissen. Das kann schon  beim  Aufnahmegspräch im Kreissaal erfolgen. Bringen Sie ruhig ein  vorbereitetes Blatt Papier mit, auf dem Sie Bedürfnisse formuliert haben. Das kann, mit Ihrem Namen versehen, in den Mutterpass gelegt werden. 

Bitten Sie die Hebamme, den Arzt oder die Ärztin um Beistand, wenn sie ihn benötigen. Bitten Sie ggf um seelischen Beistand, das wäre die Seelsorge. Ein/e SeelsorgerIn ersetzt keine Hebamme, kann aber vermitteln und die richtigen Worte finden. Mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Sie. SeelsorgerInnen sind kommunikativ geschult.
Fragen Sie vorher im Klinikum nach, ob diese Möglichkeit besteht. 

Wird Ihnen unhöflich begegnet, bitten Sie um einen Wechsel der Person. Egal ob es sich um einen Arzt oder um die Hebamme handelt. In den meisten Krankenhäusern gibt es eine Rufbereitschaft für die Hebammen.
Bleiben auch Sie höflich. Alle Beteiligten müssen sich mit der jetzigen Situation arrangieren. Ein Gefühl darf immer formuliert werden. 

Wenn Ihr Baby geboren ist, lassen Sie es bei sich am Körper.
Bitten Sie darum, selbst die Nabelschnur durchtrennen zu dürfen. Wenn es Ihrem Baby gut geht  ist der ideale Zeitpunkt dafür, wenn alle Nabelschnurgefässe blutleer sind. Die Hebamme hilft Ihnen dabei. 

Bitten Sie um Fotos mit Ihrer Kamera und / oder um ein kleines Video von den ersten Momenten mit Ihrem Baby, wenn Ihr/e Partner/in nicht dabei sein kann.

Begrüßen Sie Ihr Baby, bei Abwesenheit auch im Namen Ihres Partners.

Vielleicht sucht es Ihre Brust, diese dürfen Sie ihm anbieten. Manchmal brauchen die Babys Zeit um anzukommen. Auch sie haben einen Weg hinter sich. Dann wird es schlafen wollen, bevor es sich mit Appettit meldet. 

Sie haben die Möglichkeit, nach wenigen Stunden der Entbindung heim zu gehen. Hier sind zeitnahe Informationen an die Hebamme sehr hilfreich und auch notwendig, denn durch die neue Situation häufen sich die ambulante Entlassungen. Dadurch sind wir freiberuflichen Hebammen organisatorisch stark gefordert.

Wie ich aktuell von der einen oder anderen Frau erfuhr, sorgt das strikte Besuchsverbot auf der Wochenbettstation auch für eine Entspannnung, die viele so nicht mehr kennen. Diese Ruhe wird genossen!
Es gibt nur Sie und Ihr Baby. Und die Nachbarin und deren Baby. Kein eigener ggf. unerwünschter Besuch, kein Besuch der Bettnachbarin. 

 

Entlassung aus dem Krankenhaus

 

WICHTIG:

  • Die U2 (Vorsorgeuntersuchung beim Kind) hat Zeit bis zum 10.Lebenstag und muss nicht zwingend im Krankenhaus durchgeführt werden. 
  • Ich kann bei Ihrem Baby zwsichen der 36. und 72. Lebensstunde Blut aus der Ferse für den Stoffwechseltest und das Screening auf Mukoviscidose abnehmen.
    Voraussetzung ist die ärztliche Aufklärung zum Mukoviscidose-Screening. Diese muss vom Arzt unterschrieben und abgestempelt sein, da er mich damit auch für die Blutentnahme beauftragt. 

 

Zuhause ángekommen

  • Ziehen Sie sich mit Ihrem Baby in Ihr Bett zurück. Die Couch ist meistens kein geeigneter Rückzugsort.
  • Schlafen und dösen Sie zusammen mit Ihrem Baby. Der Tag-Nacht-Rhythmus wird in einem recht langen Prozess erlernt. Noch unterscheidet Ihr Baby nicht zwischen den Tageszeiten. 
  • Bonding findet nicht nur im Kreißssaal statt. Bieten Sie möglichst häufig körperliche Nähe an, am besten im direkten Hautkontakt. Lassen Sie ihr Kind bei sich am Körper oder an dem Ihres Mannes. Ihrem Baby wird das gut tun. Und: Das wird nicht bis zur Hochzeit so bleiben. 
  • Trinken Sie ausreichend (2-3Liter Wasser/Tee)
  • Essen Sie regelmäßig und gesund. Bei Appetitlosigkeit sind Suppen und Gerichte aus der eigenen Kindheit sehr beliebt.
  • Gehen Sie alle 2 Stunden auf die Toilette. Eine leere Blase unterstütz die Rückbildung der Gebärmutter und schont den Beckenboden. 
  • Besuch ist ein häufiges Stressthema, wenn er als nicht unterstützend erfahren wird. Sie werden selbst merken, wann Sie den Wunsch verspüren, Ihr Baby vorzustellen. Hören Sie auf sich. Die ersten Tage benötigen Sie Erholung, Ruhe zum Stillen und für Ihre körperliche Umstellung. Alles ist neu und sehr viel. 
  • Lassen Sie sich gerne bekochen und das Essen nach Hause bringen. 
  • Fragen Sie nach Unterstützung im Haushalt - natürlich Corona-verträglich
  • Auch der frischgebackene Vater erlebt eine enorme Umstellung. Prima ist es, wenn er ebenfalls sich viel mit zurückzieht. 

 

NEUE LEISTUNGEN OHNE HAUSBESUCH BIS ZUM 19.JUNI 2020

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Kassenvereinigung (GKV) und die Hebammenverbände haben Alternativen zur Geburtsvorbereitung und zur häuslichen Betreuung genehmigt. Solange keine direkten körperlichen Untersuchungen notwendig sind, dürfen Betreuungen per Telefon oder Video stattfinden. Diese Möglichkeit besteht derzeit bis zum 19.06.2020 
Ich persönlich werde nur darauf zurückgreifen, wenn Sie oder ich Krankheitssymptome aufzeigen und ziehe den Hausbesuch weiterhin vor.

 

Online Kurse 

MOM & ME - Onlinekurse (BeBo)

Online Rückbildung Katharina Kaschulla - während der Corona Krise

 

CORONA-Krise

Den Gebärenden und den Sterbenden darf es nicht verwehrt werden, einen nahen Angehörigen als Begleitperson bei sich zu haben

Corona hält uns alle in Atem, vieles verändert sich innerhalb weniger Tage und / oder Stunden. Wir alle überlegen, wie Sie als Eltern trotzdem gut betreut und begleitet werden können. 

Leider gibt es auch Konsequenzen, Ihre Geburt betreffend.

Partner*innen durften für wenige Tage ihre Frauen in den Krankenhäusern unserer Region Bonn / Rhein-Sieg-Kreis nicht oder nur teilweise zu Untersuchungen, zur Geburt oder zum Kaiserschnitt begleiten bzw. auf der Wochenbettstation besuchen. Die damit einhergehende große Verunsicherung führte zu einem Umdenken.

Positive Erfahrungen mit dem Besuchsverbot auf der Wochenbettstation

Nicht alles scheint negative Auswirkungen zu haben.
Das Besuchsverbot auf der Station zeigt  auch positive Aspekte.
Viele - nicht alle - Frauen berichten mir von der unerwarteten und benötigten Ruhe, die sie nun genießen können. Aus diesem Grund bleiben sie sogar sehr gerne die ersten drei Tage im Krankenhaus und erwägen deshalb nicht die ambulante Entlassung.
Vor dem Besuchsverbot sorgte  zu viel, zu langer, unangekündigter und wenig rücksichtsvoller Besuch für große Störungen und Tränen bei den jungen Müttern. Nun  können sie sich ganz auf ihr Baby konzentrieren.
Ich schreibe diese Zeilen, weil mir  mehrere frisch entbundene Frauen mir ihre Erlebnisse so schilderten. 


23. März 2020
Die Bonner und Troisdorfer Kliniken haben erfreulicher Weise entschieden, dass die werdende Mutter von einer ihr nahe stehenden Person im Kreißsaal begleitet werden  kann


Es gelten Regelungen, die dem Infektionsschutz diesen. Diese Lösung ist nicht immer optimal und gleichzeitig notwendig.

  • Bitte lassen Sie sich in Ruhe von den Hebammen erklären, wie diese Lösung im Krankenhaus umgesetzt wird.
  • Fragen Sie auch nach, wie in kritischen Geburtsverläufen mit Ihnen verfahren wird.
  • Kommen Sie den Hygienemaßnahmen und den Anweisungen bitte unbedingt nach.


Einzelheiten der jeweiligen Klinik entnehmen Sie bitte den folgenden Links:

Begleitung der Geburt durch Bezugspersonen der GFO-Häuser in Bonn

Begleitung der Geburt durch Bezugspersonen in den Troisdorfer GFO-Krankenhäusern

Begleitung der Geburt durch Bezugspersonen im Johanniter Krankenhaus Bonn

Begleitung der Geburt durch eine Bezugsperson im St.Elisabeth Krankenhaus Bonn

Begleitung der Geburt durch eine Bezugsperson im Universitätsklinikum Bonn

 

Die Landesregierung (Land.NRW) beschließt weitere Restriktionen ab dem 23.März
Eine Geburtsbegleitung ist aus ethisch-sozialen Gründen geboten:

Wir in NRW - Das Landesportal / Corona Virus

DGGG - Empfehlungen für Kreißsäle und Schwangere

WHO - Stellungnahmen zu Schwangerschaft - Geburt - Wochenbett - Stillen (engl.)

Mother Hood: Stellungnahme - Kreißsaalverbot...

 

In den jeweiligen Empfehlungen wird auf eine Geburtsbegleitung als solche eingegangen und nicht auf eine Begrenzung auf einzelne Phasen, vor allem nicht auf die letzte Phase der Geburt.

Eine Begleitung ist eine Begleitung und keine "Punktlandung"!  

Aktuelle Berichte frisch entbundener Frauen lassen vermuten, dass je nach Krankenhaus und diensthabender Hebamme willkürlich entschieden wird, ab wann die Begleitperson mit in den Kreißsaal darf. 
Willkür ist an dieser Stelle fehl am Platz.

 

Die Begleitperson sollte dann zu der Entbindenden dürfen, sobald sie sicher unter der Geburt ist!

Rein medizinisch betrachtet gibt es mehrere Phasen unter der Geburt.
Mit den Augen einer Gebärenden betrachtet ist die Geburt ein Prozess zwischen ihr selbst
und dem Kind. In diesem Prozess nimmt die Frau nur noch wahr und arbeitet mit ihrem Körper. Sie denkt nicht in Phasen, auch wenn sie Veränderungen spürt.

Gebärende sind stark und gleichzeitig bedürftig nach Schutz, Sicherheit und Geborgenheit.
Diese Bedürftigkeit wird ihnen abgeschrieben, wenn ihrem Wunsch nach Begleitung nicht ausreichend und individuell entsprochen wird.
Eine Begleitung zu verwehren, wenn sie dringend benötigt wird, ist als strukturelle Gewaltform anzusehen.

Willkür ist hier fehl am Platz.

 

Die Krankenhäuser begründen die mögliche zusätzliche Infektionsgefahr durch die Begleitperson. Nachvollziehbar ist, dass die Begleitperson sich im Kreißsaalbereich aufhält. Sobald die Gebärende im Kreißsaal durchgängig betreut  wird, muss die Möglichkeit bestehen, begleitet zu werden.

Es ist ohnehin die Gebärende, die das höhere Ansteckungsrisiko darstellt:

Sie atmet über Stunden intensiv, ihr laufen mitunter die Tränen, sie schwitzt sehr stark. Und ja, sie übergibt sich häufig und der Darm entleert sich kurz vor der Geburt des Babys häufig unkontrolliert. 

Ich frage mich, an welcher Stelle die Begleitperson als das größere Risiko betrachtet wird? 

Das Krankenhaus hat die Möglichkeit, Regeln bezüglich des Verhaltens zum Infektionsschutz aufzustellen und sich unterzeichnen zunlassen. Diese müssen sinnvoll sein und natürlich eingehalten werden. Auch hier darf nicht willkürlich entschieden werden.

 

Wann ist eine Frau unter der Geburt?

Eine Frau ist dann unter der Geburt, wenn der Muttermund sich zu öffnen beginnt. Hier gibt es unterschiedliche Aussagen, ab welcher Muttermundsweite von einer Eröffnung zu sprechen ist: Ab 3cm oder ab 4-5 cm.

Je nach Befinden der Gebärenden und je nach Betreuungsmöglichkeiten durch die Hebammen erscheint es sinnvoll, immer individuell abzuwägen. 

Der Blasensprung zählt auch zum Geburtsbeginn. Da die Aufnahme in den Kreißsaal erst stattfindet, wenn die Wehentätigkeit wirksam und die Muttermundseröffnung ausreichend fortgeschritten ist, wird Ihr Mann frühestens zu diesem Zeitpunkt kommen können. 

Bei einem Kaiserschnitt dürfen die Begleitpersonen aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in den Operationssaal. Stattdessen wird wahrscheinlich die Möglichkeit bestehen, im Kreißsaal das Baby und später die junge Mutter empfangen zu dürfen.

Weder die Begleitung noch der Infektionsschutz dürfen jetzt zu kurz kommen.
Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit sind notwendig. 

 

Interessantes und aufschlussreiches Video (ca. 50 Minuten)

Corona Informationen für Mitarbeiter des Klinikums durch Dr. Thomas Grünewald

Referent Dr.med. Grünewald
Leiter der Klinik für Infektions-und Tropenmedizin, Zentrum für Innere Medizin I
Spricht in der Informationsveranstaltung des Klinikums über den Coronavirus


Was können Sie als Eltern tun, wenn Ihr Wunschkrankenhaus Ihnen eine Geburtsbegleitung nicht erlaubt oder diese teilweise nicht nicht möglich ist?

Die Hebammen, das Pflegepersonal, die  Ärzte und alle anderen Mitarbeiter werden ihr Bestes geben, damit Sie - trotz der Sicherheitsvorkehrungen - einen möglichst angenehmen Aufenthalt haben werden. Die Anforderungen sind höher denn je. 

Wenn Sie eine gewisse Zeit unter der Geburt ohne Partner sind, können Sie unter "Rund um die Geburt" nachlesen, wie Sie sich gut darauf vorbereiten können.

Schwierig wird es, wenn die personelle Besetzung eine adäquate Betreuung nicht gewährleisten kann. Auf diese sind Sie angewiesen. 
Wenn Ihr Geburtserleben dadurch große Störungen erfährt oder zu erwarten sind haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Vernetzen Sie sich! Eltern haben in den unterschiedlichsten Einrichtungen eine Geburtsbegleitung erwirken können
  • Fordern Sie eine ethische Fallbesprechung ein. Diese ist möglich, sobald sie stationär aufgenommen worden sind. Eine ethische Fallbesprechung wird beantragt und genehmigt, bis diese durchgeführt wird. 
  • Wenden Sie sich an einen Klinikseelsorger
  • Schreiben Sie an das jeweilige Gesundheitsamt
  • Bitten Sie ihren Facharzt um ein Schreiben, dass eine Begleitung im Kreißsaal notwendig ist - gerade auch wenn Sie psychsiche Erkrankungen haben (Gynäkologe, Psychotherapeut, Psychiater)
  • Nutzen Sie den Red Rose Day am 25.November (siehe Linkliste) 

Hier sind zu diesem Thema einige wenige ausgewählte Links: 

PETITION - Vater mit in den Kreisssaal

PETITION - Geburt mit Begleitung!!!

PETITION - Gemeinsamer Aufruf von Pflegefachkräften an Jens Spahn

MOTHER HOOD - CORONA: Wer darf mit in den Kreißsaal und was ist zu beachten?

Red Rose Day 25.November - Nach gewaltvoll erlebter Geburt

 

 

Schon lange vor der Corona - Krise arbeiteten Hebammen und Ärzte an ihrem Limit. Sie verdienen größten Respekt. 

Schutz steht an erster Stelle! Sie brauchen dringend unser aller Unterstützung!

Die Mitarbeiter der Krankenhäuser benötigen jegliche Unterstüzung und Entlastung in ihren Tätigkeitsbereichen, um sich auf ihre Arbeit konzentrieren zu können:

Meine Wünsche für Lösungen in den Kreißsälen sind:

- dass die Klinikleitung  mit den angestellten Hebammen als Team arbeiten und das Gespräch sucht
- dass die Klinikleitung 
nach den Bedürfnissen ihrer Hebammen fragt
- dass die Klinilkeitung nach dem, was gebraucht wird, fragt
- dass die Klinikleitung GEMEINSAM nach Ideen und Lösungen sucht
- dass die Klinikleitung strukturelle Probleme anerkennt und löst
- dass die Klinikleitung hierarchische Probleme anerkennt und löst
- dass die Klinikleitung das Rufdienstsytem aufhebt und stattdessen einer Doppel- bis Dreifachbesetzung pro Hebammenschicht zustimmt
- dass die Klinikleitung freiberufliche Hebammen für sich gewinnen, die vielfältige Arbeiten übernehmen können (Aufnahmegespräche, Krisengespräche leiten, CTG- Schreibungen, Unterstützung beim Atmen, Massagen, Infusionen vorbereiten, Verlegung der Frauen von der oder auf die Station, Begleitung der Frauen auf notwendigen Wegen innerhalb der Klinik...)
- dass die Klinikleitung Reinigunsfirmen für die Kreissäle 24 Stunden lang täglich zur Verfügung stellen - In der Regel werden diese von Hebammen geputzt! 
- dass die Klinikleitung weitere Helfer einsetzt für die Einweisung der Angehörigen in die Schutzmassnahmen, für die Unterstützung beim Anlegen der Schutzkleidung, für Botengänge...
   
Mit diesen Massnahmen werden die Hebammen sehr entlastet!

 

 

 

VERFÜGBARKEIT

Für Frauen mit Entbindungstermin bis zum 10.August 2020 habe ich leider keine Kapazität mehr.

Vom 9.Oktober bis zum 26.Oktober 2020 befinde ich mich in Urlaub.

Aus diesem Grund beachten Sie bitte folgende Kapazität:

Entbindungstermin zwischen 10. August bis 13. September       - nur Frauen aus Siegburg (ausgenommen: Braschoß, Schneffelrath, Schreck)

Entbindungstermin zwischen 13. September bis 09. November  - keine Annahme von Frauen

Entbindungstermin ab 10.November                                              - darf gerne wieder angefragt werden

 

Aufgrund der neuen DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) vom 25.05.2018 kommuniziere ich ausschließlich über folgende Messenger:
kostenfrei: WIRE
kostenpflichtig: THREEMA
(SMS, WhatsApp, Signal, Telegram sind nicht datenschutzkonform und nutze ich aus diesem Grund nicht.)

 

SIE HABEN NOCH KEINE HEBAMME GEFUNDEN?